Beschneidung darf nicht verboten werden!

Das Urteil des Kölner Landgerichts gegen Beschneidungen von Jungen aus religiösen Gründen hat für Empörung gesorgt.

Das Kölner Landgericht hat Beschneidungen aus religiösen Gründen als rechtswidrige Körperverletzung verboten. Das Urteil sorgte für eine Welle der Empörung und wurde von den Moslems und Juden scharf kritisiert. Der Zentralrat der Türken und der Juden bezeichnete dieses Verbot als einen Eingriff in die Religionsfreiheit und das Elternrecht.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) warnte unterdessen vor einem “Beschneidungstourismus“ in Länder, in denen die Beschneidung nicht verboten ist. In einer Erklärung sagt die TGD: „Wir hoffen, dass eine höhere Instanz dieses Urteil korrigiert“. Volker Beck von den Grünen erklärte, dass dieses Urteil mehr als fragwürdig ist und sagte: „Wir müssen uns Gedanken machen, ob wir die Religionsfreit der jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaften besser schützen müssen“.

ATIB: Beschneidung aus gesundheitlichen Gründen

Ihsan Öner, Vorsitzender der ATIB, sagte: „Beschneidung ist ein religiöser Akt, aber wird aus gesundheitlichen Gründen gemacht“. Er drückte auch seine Bedenken aus: „Das Urteil ist provozierend. Wir befürchten, dass diesem Urteil, das viele juristische Interpretationsmöglichkeiten bietet weitere folgen werden“.

Einfacher Eingriff

Ali Demir, der baden-württembergische Landesvorsitzende der Religionsgemeinschaft des Islam erklärte die Knabenbeschneidung sei «ein harmloser Eingriff» mit einer tausende Jahre alten Tradition und hohem Symbolwert. Die Entfernung der Vorhaut habe hygienische Vorteile und vermindere die Übertragung von Infektionen.

“Beschneidungsurteil ist ein Fauxpas“

EU Minister und EU-Chefunterhändler Eigenem Bagis hat das Urteil scharf kritisiert. Beschneidung als Körperverletzung zu verurteilen sei in einfachster Form ausgedrückt Unwissenheit und ein Fauxpas. ”Dieses Thema ist für uns so heilig, dass wir sie nicht in Gerichtssälen diskutieren werden. Das ist Sache der Religions- und Gewissensfreiheit“, so Bagis

IGMG: Angriff auf die Religionsfreit

Mustafa Yereroglu, Vorsitzender der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) bezeichnete das Urteil als einen Angriff auf die Religionsfreiheit und Rechte der Migranten in Deutschland.