Gästezahl verhindert Visavergabe

Weil die Ehefrau des 58-jährigen Ilhan Alim, der in Gelsenkirchen lebt, auf die Frage „Wie viele Gäste waren auf ihrer Hochzeit“ nicht die gleiche Antwort gab wie ihr Ehemann, wurde ihr Visaantrag abgelehnt. Zinyet Alim, die zweite Ehefrau von Ilhan Alim, wurde mit der Begründung eine Scheinehe eingegangen zu sein, die Einreise nach Deutschland verwehrt. Der seit 1970 in Deutschland lebende Ilhan Alim, der bei der Eisenbahn arbeitet, hat vor dem Berliner Verwaltungsgericht Klage gegen dieses Urteil eingereicht.

Sprachtest bestanden

Ilhan Alim lehnt den Vorwurf einer Scheinehe entschieden ab: „Weil ich ein Haus in Yalova habe, haben wir dort geheiratet und den Visaantrag gestellt. Meine Frau kommt wie ich aus Igdir. Damit sie deutsch lernen kann, haben wir eine Wohnung in Istanbul gemietet. Den Sprachtest hat sie geschafft. Während ich damit rechnete, dass der Visaantrag problemlos durchgeht, wurde ich in die Ausländerbehörde in Gelsenkirchen gerufen. Dort habe ich einen 15-seitigen Fragebogen beantwortet. Am gleichen Tag, zur gleichen Zeit wurden im deutschen Generalkonsulat in Istanbul die gleichen Fragen auch meiner Frau gestellt.“

Eine Feier im Rahmen der Familie.

Eine der Fragen war: „Wie viele Gäste waren auf ihrer Hochzeit“, so Ilhan Alim und: „Wir haben nur mit der Familie gefeiert. Weil meine Frau sich darüber geniert hat, hat sie übertrieben und gesagt „Es waren 200 bis 300 Gäste da“. Es wurden noch viele andere Fragen gestellt. Bei manchen haben die Antworten nicht übereingestimmt. Man kann nicht alles über seinen Partner wissen. Es ist hässlich, Menschen so zu verhören und zu schikanieren. Jetzt warten wir das Ende der Klage ab.“