NRW empfiehlt Schülern einen Beruf

In Nordrhein-Westfalen sollen Schüler der neunten und zehnten Klasse zum Zeugniss eine obligatorische Ausbildungsempfehlung bekommen. Ziel sei es den Schulabgängern einen schnellen und erfolgreichen Einstieg in die Berufsausbildung zu ermöglichen.

Mit dem neuen Schuljahr beginnt das Projekt mit dem Titel “Kein Abschluss ohne Anschluss“ – das bis 2012 landesweit etabiliert werden soll – in sieben nordrhein-westfälischen Kommunen. In der ersten Phase nehmen 30.000 Schüler aus 370 Schulen an dem Projekt teil. Die Lehrer werden ab der 8 Klasse beginnen, ihre Schüler auf die Berufswahl vorzubereiten und zu unterstützen. Dazu gehören auch gezielte Praktika in ausgewählten Betrieben, um die Fähigkeiten der Schüler gezielt überprüfen zu können. In der 10. Klasse bekommt jeder Schüler zusätzlich zu seinem Abschlusszeugnis eine persönliche Ausbildungsempfehlung von seinen Lehrern, die sich nicht auf einzelne Berufe, sondern Berufsgruppen bezieht. So wird der zukünftige weitere Ausbildungsweg des Schülers skizziert und eine individuelle Empfehlung für einen kaufmännischen, gewerblichen oder technischen Beruf ausgesprochen, der den Interessen und Neigungen des Schülers entspricht.

Sylvia Löhrmann, Schulministerin in NRW, sagt, dass sie dieses Projekt mit den Gewerkschaften und lokalen Behörden abgestimmt habe und: „NRW ist das erste Flächenland, das den Übergang von der Schule in den Beruf Schritt für Schritt landesweit systematisiert.“

FDP und die Linken kritisieren den Plan der NRW-Regierung. Ingola Schmitz, Sprecherin für berufliche Aus- und Weiterbildung der FDP-Landesfraktion, sagte, dass das Projekt die Schüler bei ihrer Berufsauswahl einengt. Die NRW-Vorsitzende der Linken, Gunhild Böth, sagte, dass ein Schüler der eine Empfehlung für einen kaufmännischen Beruf bekommen hat, Schwierigkeiten haben wird eine Ausbildung in einem anderen Bereich zu finden. Der Verband Katholische Elternschaft Deutschlands erklärte, in der Regel fehle den Pädagogen “das Wissen über die reale Wirtschaftswelt“, um eine sachgerechte Empfehlung für eine Berufsausbildung geben zu können, da deren eigene Ausbildung konkrete betriebliche Arbeitspraxis nicht vorsehe.